Was machen die eigentlich im Bett?
Auch für Schwule und Lesben gibt es keine fest gefügten Regeln für den Sex. Aber es gibt auch kaum Informationen darüber, was sie machen können. Das hat Vor- und Nachteile. Einerseits macht es Angst, wenn kaum Verhaltensmuster zur Verfügung stehen, an denen sich jemand orientieren kann, andererseits sind die eigenen Phantasie und Entdeckungslust gefragt, weil es kein festgelegtes "Programm" gibt.
So ist es möglich, die ganze Vielfalt der Ausdrucksformen zu nutzen von der ausgedehnten Zärtlichkeit, der Liebkosung des ganzen Körpers, vom Küssen, Streicheln, Sich-reiben bis zur heftigen leidenschaftlichen und impulsiven Aktivität. Weit verbreitet und meist lustvoll kultiviert ist das manuelle Stimulieren sowie Oralverkehr. Viele, aber nicht alle Schwulen - vor allem weniger Jugendliche - praktizieren Analverkehr. Auch für viele Heterosexuelle gehört der Analverkehr im übrigen zur Sexualität. Langfristige Beziehungen können viel mehr Vielfalt und Buntheit der körperlichen Begegnung erfahren lassen und kultivieren. Kurzfristige Begegnungen sind oft aufregend, lassen aber wenig Raum für intensive Erfahrungen, die sich aus Körper und Seele zusammensetzen. Aber sie werden häufig gelebt, vor allem auch, wenn vieles Geheim ablaufen und regelrecht organisiert werden muss. Zufallsbekanntschaften spielen dabei oft eine Rolle - aber auch das gibt es nicht nur bei Schwulen.
Bei Lesben sieht es ähnlich aus. Entscheidend für die Ausdrucksformen der Sexualität ist, ob die Eltern ihrer Tochter eingeengt zu einem "typischen Mädchen" erzogen haben oder ob sie eine größere Bandbreite ihrer Gefühle und Interessen leben konnte. Auch lesbischer Sex kann weich und zärtlich, aber auch hart und heftig sein, wenn nicht nur die "typisch weiblichen", also eher die zurückhaltenden und reagierenden Verhaltensweisen gelernt wurden.
Auch in gleichgeschlechtlichen Beziehungen spielt die seelische Übereinstimmung eine unterschiedlich große Rolle. Wie in heterosexuellen Beziehungen kann die körperliche Sexualität – je nach den beteiligten Persönlichkeiten - mehr oder weniger auf die Geschlechtsteile konzentriert sein.







